Schau Papa, ich kann Fußball spielen

Es ist ein heißer Sommertag in Köln. Während sich die meisten Menschen in den Schatten retten, sind wir auf dem Bolzplatz verabredet. Rabia Karabulut, zwölf Jahre alt, will uns den Ort zeigen, an dem sie einen Großteil ihrer Freizeit verbringt. Neben ihrem ein Jahr älteren Bruder Serhat ist auch ihr Vater Hüseyin Karabulut dabei. Papa Hüseyin wird Rabia heute das erste Mal auf dem Platz Fußball spielen sehen.
Rabia lernten wir rund zwei Monate zuvor kennen. Mit anderen Mädchen der Ferdinand-Lasalle-Gesamtschule nahm sie damals am Sommerturnier der Futbalo Girls KölnBonn auf dem FC-Trainingsgelände teil. Rabia spielt in keinem Fußballverein. Die Turniere und das AG-Training in der Schule sind für sie die einzigen Möglichkeiten, mit gleichaltrigen Mädchen zu kicken.
Noch immer haben Mädchen in Deutschland nicht die gleichen Chancen wie Jungs, Fußball zu spielen – insbesondere nicht diejenigen, die aus benachteiligten Verhältnissen kommen. Dabei stärkt der Sport wichtige Sozialkompetenzen wie Teamarbeit, Kommunikation oder den Umgang mit Konflikten. Zugleich kann er in der Persönlichkeitsentwicklung von jungen Mädchen eine wichtige Rolle spielen und das Selbstbewusstsein stärken. Umso wichtiger sind Projekte wie die Futbalo Girls, durch die die Mädchen unabhängig von ihrer Herkunft gemeinsam Sport treiben. Das Projekt ist eine Kooperation der FC-Stiftung und der sk stiftung jugend und medien der Sparkasse KölnBonn, an der pro Schuljahr zehn Schulen aus der Region teilnehmen dürfen.
Fotocredits: 1. FC Köln